Interim Management – Manager auf Zeit

Der Markt für Interim Management in Deutschland entwickelt sich weiterhin dynamisch. Doch es sind nicht nur zunehmend steigende Wachstumsraten zu verzeichnen, auch eine offensichtliche Ausdifferenzierung von Nachfrage und Angebot ist zu beobachten. Da auch Personalvermittlungen und Zeitarbeitsfirmen das attraktive Marktpotenzial von Interim Management erkannt haben, erweitern viele ihr Leistungsangebot um die Dienstleistung Interim Management. Dabei bedienen sie jedoch primär den zeitarbeitsnahen, die reine Vermittlung fehlender Ressourcen betreffenden Teil des Marktes. Davon abgegrenzt hat sich eine Reihe von Interim Providern in einem oberen, beratungsnahen Marktsegment etabliert. Hier geht es nicht mehr ausschließlich um das Füllen von Lücken, hier werden anspruchsvolle Optimierungsprojekte oder Top-Managementaufgaben auf Basis von Branchenkenntnis, Geschäftsverständnis und Problemlösungskompetenz erfolgreich von Interim Managern übernommen.

Aurum Interim Management ist ein solcher Provider. Das Düsseldorfer Unternehmen wird von vier ehemaligen Unternehmensberatern geführt und bietet primär in diesem beratungsnahen Kontext seine Leistungen an. Axel Oesterling ist einer von Ihnen.

persopeople: Das Thema Interim Management wird ja bereits seit längerem intensiv diskutiert. Ist inzwischen nicht alles dazu gesagt?

Axel Oesterling: Den Eindruck könnte man bekommen, er träfe aber nicht die Realität. Fakt ist, dass – zumindest in Deutschland – viele Unternehmen, kleine wie große, Interim Management als personalstrategisches Instrument noch gar nicht wirklich in Betracht ziehen. Und wenn sie daran denken, dann häufig mit in einem, ich formuliere es mal positiv, stark fokussiertem Verständnis der Einsatzmöglichkeiten.

persopeople: …nämlich wenn plötzlich und unerwartet eine Führungskraft ausfällt und die entstandene Lücke kurzfristig geschlossen werden muss?

Axel Oesterling: Exakt. Z.B. wenn der Chefbuchhalter während der Vorbereitungen des Jahresabschlusses erkrankt und kurzfristig ersetzt werden muss. Diese Form der Vakanzüberbrückung ist der am ehesten und teilweise einzige mit dem Thema Interim Management in Verbindung gebrachte Bedarfsfall. Dabei liegt unseres Erachtens mindestens genauso viel Potential im klassischen Projektmanagement. Wir wissen alle, dass in allen Unternehmen über alle Bereiche hinweg wichtige Themen auf dem Tisch oder zumindest in der Schublade liegen, die dringend bearbeitet werden müssten – oder irgendwann müssen. Intern fehlen jedoch die Ressourcen und/oder das Know-how, eine Festeinstellung kommt aber auch nicht in Frage weil der Bedarf befristet ist. Ich denke dabei an Aufgabenstellungen wie die Integration von HR-Strukturen nach einem Merger oder die Definition und Umsetzung einer globalen Einkaufsstrategie.

persopeople: Würde man für solche Projekte nicht eine Unternehmensberatung engagieren?

Axel Oesterling: Ja, könnte man, nur liegen die Tagessätze deutlich höher als die der Interim Manager und oft bleibt dann doch wieder nur ein gutes Konzept zurück bei dem man sich fragt ´und wer soll es jetzt machen?´. Ein Interim Manager kann das Problem genau so gut be- und die Lösung erarbeiten, diese dann aber auch mit dem eigenen Team, also aus der Organisation heraus, umsetzen, und am Ende steht nicht ein Konzept sondern eine implementierte Lösung bei geringerem finanziellen Aufwand.

persopeople: Stellt dieser Anspruch nicht ganz besondere Anforderungen an den Interim Manager?

Axel Oesterling: Absolut. Und an den Provider. Der Interim Manager muss das erforderliche methodische Rüstzeug mitbringen und gleichzeitig über die entsprechende Linien- bzw. Umsetzungskompetenz verfügen, um ein solches Projekt erfolgreich managen zu können. Für den Provider bedeutet das, dass er ebenfalls über diese beiden Expertisen verfügen muss – zunächst um mit dem Kunden gemeinsam ein präzises Projektbriefing zu erstellen, um anschließend den wirklich passenden Interim Manager für das Projekt auszusuchen und last but not least um das Mandat über die Laufzeit zu begleiten.

persopeople: Das bedeutet, dass auch auf Seiten des Providers Experten sitzen müssen?

Axel Oesterling: Das ist eine Frage des Anspruches. Wenn man Interim Management wie bessere Zeitarbeit betreibt nicht. Wenn man aber den Kunden bei der Entscheidung für ein Interim Mandat und bei dessen Definition beraten können möchte, wenn man dem Interim Manager während des Projektes als kompetenter Sparringspartner zur Verfügung stehen können möchte oder wenn man den Know-how Transfer innerhalb des Netzwerkes wertstiftend nutzen können möchte, dann ist die angesprochene fachliche und methodische Kompetenz unabdingbar. Bei Aurum Interim sind wir darum vier Managing Partner, die alle Leitungsfunktionen in großen Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen inne gehabt haben und auf langjährige Erfahrung in der Unternehmensberatung zurückblicken können. Auf dieser Basis können wir für die Mandate die persönliche Verantwortung übernehmen.

persopeople: Das hört sich nach spannenden Aufgaben an – für Sie und für die Interim Manager. Herzlichen Dank.


Axel Oesterling, Diplom-Kaufmann, Jahrgang 1965, ist Spezialist für Markenführung sowie Marketing- und Kommunikations- management mit Fokus auf Dienstleistungsindustrien, langlebige Gebrauchsgüter und Luxusgüter. Seine langjährige Karriere in der Industrie führte Axel Oesterling zu verschiedensten Stationen im In- und Ausland. Zuletzt war er als Leiter der Konzern CI der BMW Group in München für deren weltweiten Auftritt verantwortlich. Bei Rolls-Royce Motor Cars in Großbritannien stand er als Global Marketing Director dem erfolgreichen Relaunch der Superluxusmarke vor und verantwortete ihre weltweiten Vermarktungsaktivitäten. Während seiner sich anschließenden mehrjährigen Beratungstätigkeit betreute er als Principal B2B und B2C Unternehmen unterschiedlichster Branchen im Rahmen von Projekten der marktorientierten Unternehmensführung.

Karriere bei der BVG – eine Smartphone-Recherche

Neulich ist mir auf dem Weg zur Arbeit eine Tram der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aufgefallen. Auf der Tram der Linie M13 wurde in eigener Sache für die Karriere bei der BVG geworben. Die Idee, die Fahrgäste dabei passiv in die Kampagne einzubinden, fand ich im ersten Moment recht originell. Grund genug, um mich etwas genauer mit der BVG zu beschäftigen. Da ich für meinen Arbeitsweg eh ca. eine Stunde mit dem öffentlichen Nahverkehr benötige, beschloss ich in dieser Zeit eine kleine Hintergrundrecherche mit meinem Smartphone zu betreiben.

Mein erster Abstecher führte mich auf die mobile Version der BVG-Homepage; das war jedoch ein ziemlicher Reinfall. Bis auf die Möglichkeit sich Fahrverbindungen anzeigen zu lassen (die BVG App ist im Vergleich dazu eine runde Sache), gibt es hier ansonsten keine Hintergrundinformationen zur BVG als Arbeitgeber.

Auf der klassischen Website konnte ich dann den Reiter Karriere nach einigem Wischen, Vergrößern und Klicken finden und was soll ich sagen… naja… schön ist anders. Die in meinen Augen etwas lieblos und zweidimensional gestalteten Rubriken bieten zwar einen Einblick, aber emotional wird ein (potenzieller) Bewerber hier nicht wirklich abgeholt. Beispiel gefällig:

Fach- und Führungskräfte

Passt: Die BVG bietet Fach- und Führungskräften ein breites Spektrum an Einsatzbereichen und Herausforderungen. Genau der richtige Ort also für Ihre berufliche Veränderung und fachliche Weiterentwicklung.

Wir freuen uns, dass Sie sich für die BVG als Arbeitgeber interessieren.

Mehr Content liefern da die Seiten für Schüler, Studenten und Absolventen. Seit 2013 kann sich diese Zielgruppe zudem auch auf der Connecticum ein Bild von der BVG als Arbeitgeber machen.

Nachdem ich meinen ersten Wissensdurst gestillt hatte, warf ich einen kurzen Blick auf die aktuellen Stellenausschreibungen. Diese lesen sich bei der BVG folgendermaßen:

Weichenschlosserin bzw. Weichenschlosser (714-EX),
Elektroingenieurin bzw. Elektroingenieur (710-EX) oder
techn. Projektleiterin bzw. techn. Projektleiter für Leit- und Sicherungstechnik.

Nicht wirklich zeitgemäß. Da ist selbst die Messe Berlin noch innovativer, die Ihre Stellen- auschreibungen mit einem Gender-Gap versieht.

Passend hierzu habe ich auf Youtube ein Statement der BVG-Vorstandsvorsitzenden Frau Dr. Sigrid Evelyn Nikutta aus dem Jahr 2011 anlässlich der in Berlin stattfindenden Pride Weeks gefunden; also warum die „gelebte“ Toleranz bei der BVG nicht einfach in die Stellenausschreibungen mit einfließen lassen!?

Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Abseits der BVG-Homepage gestaltete es sich schwierig, an Informationen zu der BVG als Arbeitgeber zu gelangen. So findet man beispielsweise auf Xing viele BVGler, aber keine offizielle Firmenseite und auch auf Kununu lässt man die sehr durchwachsenen Arbeitgeberbewertungen von offizieller Seite lieber unkommentiert. Auf Facebook bzw. Twitter  habe ich mich entweder nicht geschickt genug angestellt, oder aber es gibt auf diesen Portalen tatsächlich keine offiziellen Firmenprofile. Auf einer inoffiziellen BVG-Fanpage fand ich allerdings ein Posting aus dem Jahr 2011 – viel ist seit dem wohl nicht passiert.

Über einige Umwege entdeckte ich schließlich den aktuellen Geschäftsbericht der BVG und wurde endlich fündig. Authentische Bilder von Mitarbeitern, eine ansprechende grafische Gestaltung, prägnante Überschriften und interessanter Content – was will man mehr.

Auch die BVG steht vor dem Hintergrund des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen. […] Da das Unternehmen möglichst auf die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen möchte, wurde das Förderprogramm „Jump 2020“ für die interne Qualifizierung entwickelt. In Seminaren, die übrigens zum Teil auch in der Freizeit stattfinden, werden Kompetenzen in Themen wie Kommunikation, Gesprächsführung und entsprechende Präsentationstechniken vermittelt, aber auch Kenntnisse in rechtlichen Fragen, dem Konfliktmanagement und in Aufbau und der Struktur des Unternehmens.

Um am Arbeitsmarkt als interessanter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, hat die BVG ihr Hochschulmarketing auch in diesem Geschäftsjahr weiter ausgebaut. […] Die BVG förderte in diesem Geschäftsjahr erstmals das Deutschlandstipendium und engagiert sich damit für die Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin, der es so möglich ist, Studierende, die besonderes gesellschaftliches Engagement und hervorragende Leistungen zeigen, zu unterstützen.

Nach einer Stunde mit der BVG quer durch Berlin bin ich dann pünktlich (vielen Dank liebe BVG) auf meiner  Arbeit angekommen. Mein Smartphone gierte zwar nun nach Strom, aber ich konnte mir ein mehr oder minder umfassendes Bild zur BVG machen. Bin ich jetzt etwas schlauer? Vielleicht. Würde ich mich nun bei der BVG bewerben? Eher nicht…

 

Die Civil Academy geht in die 19. Runde

Die Civil Academy, als gemeinsames Programm von BP Europa SE und BBE, bietet engagierten Jugendlichen professionelle Unterstützung bei der Realisierung von gemeinnützigen Projekten. Veranstalter und Träger der Civil Academy ist die BBE Geschäftsstelle gemeinnützige GmbH. Diesen Herbst startet die 19. Runde und als Alumni möchte ich euch an dieser Stelle die Civil Academy gerne etwas näher bringen. Los geht’s…

persopeople: An wen richtet sich das Angebot?

Civil Academy: Die Civil Academy ist ein Trainingsprogramm und eine Ideenschmiede, die junge Engagierte zwischen 18 und 27 Jahren bei der Verwirklichung ihrer eigenen gemeinnützigen Idee unterstützt.

persopeople: Was erwartet mich?

Civil Academy: Erfahrene Coaches aus dem Social-Profit-Bereich und dem Unternehmen BP Europa SE geben an drei Wochenenden ihr umfangreiches Wissen an Interessierte weiter, die Lust auf Vielfalt, Kreativität und jede Menge Motivation haben. Sie vermitteln Know-how in den Bereichen Projektmanagement, Finanzierung, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit und bearbeiten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern u. a. Fragen wie: Was brauche ich, um meine Idee in die Tat umzusetzen? Wie finde ich den richtigen Partner für mein Projekt und wie kann ich mein Team jeden Tag aufs Neue motivieren? Die Seminareinheiten bieten abwechslungsreich Praxis und Theorie, Vorträge, Gruppen- und Einzelberatungen sowie Zeit für die Arbeit am eigenen Projekt. Zusammen arbeiten, sich austauschen, vernetzen und gegenseitiges Unterstützen stehen im Vordergrund. Diskussionsabende mit interessanten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft oder Medien runden das Programm ab. Nach Abschluss aller 3 Seminarwochenenden erhalten die Teilnehmer_innen ein Zertifikat über die erworbenen Qualifikationen.

persopeople: Ist die Teilnahme für mich mit Kosten verbunden?

Civil Academy: Die Teilnahme (inklusive Reisekosten innerhalb Deutschlands, Unterkunft & Verpflegung) ist kostenfrei.

persopeople: Was muss ich beachten, wenn ich mich mit meinem Projekt bei euch bewerben möchte?

Civil Academy: Grundsätzlich kann sich jeder/jede bewerben, egal ob es um den Bau einer Schule in Uganda, ein ehrenamtlich organisiertes Tiergehege als Lernort für die gesamte Gemeinde, einen Einkaufsservice für Senior_innen oder um Brieffreundschaften mit Asylsuchenden geht, die Civil Academy ist für alle Interessierten und ihre Engagementideen offen, die Teilnahme bedarf keiner besonderen Vorkenntnisse. Wichtig ist nur, dass es sich um eine gemeinnützige Projektidee handelt, also aus dem Bereich Sport, Soziales, Umwelt, Gesundheit, Kultur, Entwicklungszusammenarbeit etc.

Weitere Informationen zur Bewerbung gibt es unter www.civil-academy.de, in der aktuellen Ausschreibung, im Bewerbungsleitfaden und auf Facebook.

persopeople: Begleitet ihr die Projekte auch nach dem Abschluss des Qualifizierungsprogramms weiter?

Civil Academy: Seit 2005 hat die Civil Academy mehr als 400 Engagierte dabei unterstützt, ihre Projekte im In- und Ausland erfolgreich umzusetzen. Jedes Jahr veranstalten wir ein Vernetzungstreffen für alle Absolventinnen und Absolventen. Hier treffen sich ca. 45 Alumni aus verschiedenen Runden und nutzen das Netzwerk, um sich auszutauschen, Tipps und Tricks zu geben und neue Kontakte zu schließen. Dieses Seminarwochenende ist ebenfalls kostenfrei für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

persopeople: Bald feiert ihr euer 10jähriges Bestehen. Gibt es Projekte die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?

Civil Academy: In den Jahren seit Beginn der Civil Academy gab es einige Projekte, die mittlerweile sehr bekannt und erfolgreich sind. Es freut uns sehr und gerne unterstützen wir diese Projekte auch weiterhin mit einem Artikel auf unserer Webseite und mit Posts auf Facebook. Mit einigen Absolvent_innen sind wir stetig in Kontakt, sie halten uns über ihr Projekt auf dem Laufenden und berichten auch gerne über ihre Erfahrungen bspw. als Abendgast für die jeweils aktuelle Runde oder zeigen Möglichkeiten auf, wie es nach der Civil Academy weitergehen kann, wie z. B. Falk Steinborn mit seinem Verein „queerblick e.V.“ oder Ekaterina Karabasheva mit ihrer Idee „Jourvie“ – eine App für Therapie von Essgestörten.

persopeople: Bis wann habe ich Zeit, um mich für die aktuelle Runde der Civil Academy zu bewerben?

Civil Academy: Die 19. Runde der Civil Academy findet zwischen August und November 2014 statt. Hierfür können sich Interessierte noch bis zum 26. Juni 2014 bewerben.

Wer diesen Termin verpasst hat, soll sich bitte telefonisch noch einmal mit uns in Verbindung setzten. Bewerbungen sind am besten über das Bewerbungsformular an uns zu richten. Wer seine/ihre Bewerbung jedoch lieber per Post oder Email schicken möchte, richtet sie bitte an:

Civil Academy
c/o BBE Geschäftsstelle gemeinnützige GmbH
z.Hdn. Madlen Schmoz
Michaelkirchstraße 17 – 18
10179 Berlin
E-Mail: madlen.schmoz@b-b-e.de