Im Rahmen meines eigenen Bewerbungsprozesses bin ich auf den Arbeitgeber MEDIA CONSULTA aufmerksam geworden. Im Anzeigentext der ausgeschriebenen Stellen heißt es:

MEDIA CONSULTA gehört zu den führenden international tätigen PR- und Werbeagenturen in Deutschland. Als größte deutsche unabhängige Kommunikationsagentur mit Niederlassungen in 65 Ländern auf fünf Kontinenten bietet MC Full-Service in den Bereichen Werbung, Mediaplanung, Public Relations, Interactive, Event Marketing, Corporate Publishing, Jugend-, Musik- und Sportmarketing sowie TV- und Filmproduktion an. Zu unseren Kunden zählen große nationale und internationale Markenartikelunternehmen, nationale und internationale Spitzenverbände, politische Institutionen sowie Medienunternehmen.

Neben dem Imagefilm auf Youtube und den leider etwas spärlichen Karriere-Informationen auf der Homepage selbst, waren es vor allem die Arbeitgeberbewertungen auf Kununu die mich aufhorchen ließen.

Das Interesse an MC auf Kununu ist groß. Das Profil, welches die Holdingstruktur der Firma unter der MEDIA CONSULTA Deutschland GmbH zusammenfasst, wurde bislang 47.021-mal aufgerufen. Allein 92 Erfahrungsberichte von Mitarbeitern und 17 Erfahrungsberichte von Bewerbern liegen auf Kununu zu diesem Arbeitgeber vor. Damit rangiert MC berlinweit aktuell auf Platz 29. Doch anders als beispielsweise bei der Telekom, Daimler, BASF, Siemens oder der Allianz, zeichnen die Bewertungen eher ein düsteres Bild von diesem Arbeitgeber. Mit durchschnittlich 1,96 von möglichen 5 Punkten (seitens der Mitarbeiter) und 2,04 Punkten (seitens der Bewerber), schneidet MC vergleichsweise schlecht ab. Besonders deutlich wird die starke Diskrepanz zwischen der Außendarstellung von MC und den Erfahrungen der Mitarbeiter, wenn man beispielsweise die Unternehmenswerte im Kontext der Corporate Social Responsibility betrachtet.

Corporate Social Responsibility

Zum Thema Corporate Social Responsibility bekommt der geneigte Leser auf der Homepage der MEDIA CONSULTA u.a. folgendes zu lesen:

MEDIA CONSULTA übernimmt gesellschaftliche Verantwortung. Unsere sozialen Wertevorstellungen sind kein Feigenblatt (not just empty words), sondern echte Verhaltensrichtlinien für das gesamte MC-Network. Deshalb lehnen wir grundsätzlich Aufträge ab, die gegen diese Werte verstoßen. Daneben setzt sich MC für eine gesunde Balance zwischen Beruf und Familie ein.

Diese recht allgemein gehaltenen Aussagen bekommen jedoch einen etwas anderen Charakter, sobald man die entsprechenden Mitarbeiterbewertungen auf Kununu liest. Nachfolgend habe ich einige davon für euch aufbereitet und mich dabei auf das Vorgesetztenverhalten und das Work-Life-Balance konzentriert:

Vorgesetztenverhalten:

Der Vorgesetzte liebt es, den freien Willen seiner Mitarbeiter zu brechen. Er verhält sich respektlos, beleidigt, droht und schikaniert seine Mitarbeiter. Sätze wie „Du taugst nichts“, „Wenn du dich woanders bewirbst, werde ich dir so ein schlechtes Zeugnis erstellen, dass du nie wieder einen Job kriegst“ sind normal und weitaus nicht die schlimmsten.

Ich stimme all meinen Vorgängern zu: Die Arbeit bei Media Consulta ist oftmals Psychoterror. Schreitiraden, Beleidigungen und Schikane erster Güte sind hier an der Tagesordnung. Vorgesetzte sind unberechenbar, launisch und im Großen und Ganzen cholerisch. Damit kann man klarkommen aber wer ein dünnes Fell hat sollte hier gar nicht erst anfangen!!!! Man sollte NIE, aber auch wirklich NIE etwas Positives von Vorgesetzten erwarten. Dann kann man Erfolg haben. Doch auf lange Sicht und der Gesundheit zuliebe sollte man auf MC verzichten.

Wer nicht hört, muss fühlen: Beleidigungen, Diffamierung von nicht anwesenden Mitarbeitern, cholerische Ausbrüche, Widersprüchlichkeiten und Schikanen aller Art sind an der Tagesordnung. Von Ordnung kann allerdings keine Rede sein, denn nicht nur Termine verschieben sich um Stunden, sondern auch die Aufträge der HGF sind zeitlich meist so knapp bemessen und überflüssig, dass die wirklich wichtigen Projekte für lange Zeit komplett brach liegen.

Work-Life-Balance:

9 to 5 – Sicher nicht. 12,13,14 Stunden Tage sind „normal“, werden erwartet, nicht ausgeglichen und ein einfaches „Danke“ o.ä. wird schmerzlich vermisst.

Der Vorgesetze weiß nicht was das ist, er scheint rund um die Uhr zu arbeiten. Am Wochenende soll man bitte schön auch kommen.

Bei einer Sechs-Tage-Woche und zehn bis 12 Stunden Arbeitszeit pro Tag kann von Work-Life-Balance nicht mehr die Rede sein.

Als Bewerber wird man natürlich von derartigen Aussagen abgeschreckt. Hinzu kommt, dass auch die Bewertungen hinsichtlich der Vorstellungsgespräche ähnlich katastrophal ausgefallen sind.

Diese Bewertungen animierten mich zu einem kleinen Selbsttest. Ich bewarb mich als Junior Personalreferent und wurde kurzerhand eingeladen. Gerne hätte ich an dieser Stelle die Bewertungen durch meine gemachten Erfahrungen etwas entschärft, doch leider muss ich mich der Kritik anschließen.

Das Gespräch sollte eigentlich von der zuständigen Personalreferentin geleitet werden. Diese verspätete sich jedoch erheblich und so begann das Vorstellungsgespräch zunächst mit einem Mitarbeiter der Lohnbuchhaltung in der Kantine der MC. Von den später insgesamt drei Gesprächsteilnehmern, machte dieser Mitarbeiter auch den kompetentesten Eindruck. Die meiste Zeit saß ich allerdings drei, in der Bewerbung herumblätternden Gestalten gegenüber, die die etwas peinlichen Gesprächspausen mit unbeholfenen Fragen zu überbrücken versuchten. Die eigentliche Personalreferentin zog es vor, mit ihrem Handy zu spielen, ununterbrochen zu gähnen und mit sich selbst (oder zu ihren Mails) zu sprechen. Als die Referentin zur Frage „Rolle der HR-Abteilung“ dann doch mal frei von der Leber sprechen wollte, wurden sie durch einen dezenten Klopfer an das Wasserglas durch eine Kollegin unterbrochen. Positiv anzumerken ist jedoch, dass offen über das niedrige Gehaltsniveau und den möglicherweise anfallenden Überstunden gesprochen wurde. Nach rund 30 Minuten hatte das Trauerspiel dann ein Ende.

Im Anschluss an das Gespräch versuchte ich noch hartnäckig ein Feedback zu den schlechten Kununubewertungen per Mail einzufordern, doch dieses blieb mir die Referentin trotz mehrmaliger Nachfrage bis heute schuldig. Stattdessen erhielt ich von ihr eine standardisierte Absage, noch bevor ich die Bewerbung selbst zurückziehen konnte.

Ich wünsche der MC auf ihrem Weg alles erdenklich Gute und hoffe gleichzeitig, dass wir in der Zukunft auch positive Bewertungen bzw. Stellungnahmen seitens der Personalabteilung auf Kununu zu lesen bekommen.

Das könnte euch auch interessieren:
Voxpark – ein Arbeitgeber zwischen kununu und TopJob (hier…)
Helios Media GmbH – Recruiting im Web 2.0 (hier…)
my Bar.werbung im Praxistest (hier…)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s