So lautete am Dienstagabend das Thema der Talkrunde bei Maischberger. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich derartige Formate eigentlich nicht schaue, aber der Aufmacher hat mich dann doch mal vor den Fernseher gelockt. Meine Erwartungen an einen anspruchsvollen Talk waren hoch, doch wurden diese innerhalb der ersten 30 Sekunden bereits bei der Vorstellung der Gäste begraben. Warum die ARD denkt, dass ein Harald Glööckler (Modedesigner, Unternehmer und Botox-Testimonial), ein Christoph Daum (Fußballtrainer und selbsternannter Motivationsguru), ein Martin Wehrle (Karriereberater, Bestsellerautor und professionelle Grinsekatze) und Prof. Dr. Isabella Heuser (Chefärztin und Psychologin) geeignete Gesprächspartner für ein derartiges Thema sind, ist mir bis heute schleierhaft.

Gut die erste halbe Stunde schwadronierte Glööckler über sich, sein Unternehmen, seine klimpernden Ringe und gab Statements zu Einspielern aus seiner TV-Doku-Soap, bevor Herr Daum sich auch mal rechtfertigen konnte warum er zu seinen erfolgreicheren Zeiten als Fußballtrainer seine Schützlinge über Glas hat laufen lassen. Meine alte Deutschlehrerin hätte bereits zu diesem Zeitpunkt gesagt: Thema verfehlt, sechs, setzen! Aber da diese nicht eingeladen wurde, kamen auch die Grinsekatze und Prof. Dr. Isabella Heuser zu Wort. Abwechselnd schoss man sich mal auf den einen oder anderen Gast ein. Die Motivationsstrategien eines Herrn Daum seien reine  „Psychogags“ und die Grinsekatze verfolge mit dem Buch „Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus“ rein kommerzielle Interessen. Wirklich gut kam eigentlich nur der Glööckler am Ende des Schmierentheaters weg, auch wenn das alles meiner Meinung nach so rein gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte.

Der Knaller wurde dann nach ca. 2/3 der Sendung gezündet. Helmut Naujoks (Arbeitgeber-Rechtsanwalt) und Katharina Wesenick (Ver.di-Gewerkschaftssekretärin) stießen dazu. Herr Naujoks berichtete von Arbeitgebermobbingfällen und die  Ver.di Gewerkschaftssekretärin (Einzelhandel) stänkerte halt Verdi-like munter drauf los. Eigentlich hätte man zu diesem Zeitpunkt schon abschalten können, da Frau Maischberger komplett die Kontrolle über ihr Kasperletheater verlor.

Was mich nach 75 Minuten Trashtalk am meisten genervt hat, war u.a. der vermittelte Eindruck, dass es den autoritären Führungstypen als Chef nicht mehr gibt. Ich für meinen Teil bin der Meinung dass jeder Chef eine Autoritätsperson, sei es fachlicher, hierarchischer oder persönlicher Natur ist bzw. sein sollte und auch immer sein wird. Vielleicht sollten das nächste Mal wirkliche Fachleute in solche Runden geladen werden, aber dann würde wahrscheinlich keiner mehr einschalten.

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