Nach meinem letzten Messebesuch im Jahr 2012 verschlug es mich an diesem Wochenende erneut auf die Karriere- und Bildungsmesse „Gesundheit als Beruf“ in Berlin. In diesem Jahr standen die Biowissenschaften mit einem speziellen „Life Sciences“-Bereich im Fokus der Messe.

Auf der Ausstellungsfläche der Urania in Berlin präsentierten sich in diesem Jahr 80 Aussteller (2014 waren es noch 97 Aussteller) aus den verschiedensten Bereichen der Gesundheitswirtschaft (Berlin und Brandenburg) und boten umfangreiche Informationen zu den Themen Erst- und Zweitausbildung, Fort- und Weiterbildung, Studium, Finanzierung/Förderung und aktuelle Jobangebote an.

Am Samstag war die Messe gut besucht und ein nett gemachtes Messequizz lotste den geneigten Besucher an verschiedenste Messestände. Wo sich am  Freitag noch ganze Schulklassen um die Give-Aways rissen, konnte man am Samstag entspannt durch die Räumlichkeiten schlendern und die Vorträge besuchen. Ob die Karrieremesse unter dem Strich tatsächlich die erwarteten 6.000 Besucher zählen konnte bleibt jedoch offen (ich denke eher nicht).

2012 besuchte ich die Messe vorrangig, um Informationen für meine Master-Thesis zu sammeln; an diesem Wochenende wollte ich hingegen einfach nur einen schönen Nachmittag verbringen. Aus dem ein oder anderen Plausch entnahm ich, dass der Fachkräftemangel weiterhin allgegenwärtig ist. Neben qualifizierten Fachkräften suchen die Unternehmen zudem händeringend Azubis. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass vor allem die Schüler auf der Messe heftig umgarnt wurden.

Speziell die Pflegebranche leidet seit Längerem unter einem „schlechten“ Image. Enorme körperliche und seelische Belastungen gepaart mit einer niedrigen Entlohnung – was will man als junger Mensch mehr! Auf der Gesundheit als Beruf trugen die Aussteller allerdings nur bedingt dazu bei, den Berufsbildern etwas mehr Glanz zu verleihen. Bis auf den Stand der Pro Seniore (die mit einer eigenen „Social Media Wall“ punkten konnten), kamen die Aussteller doch recht „altbacken“ daher – schade.

Beim letzten Mal ist mir zumindest der Stand von pflegeleidenschaft.de ins Auge gefallen;  ich begab mich also auf die Suche … und wurde enttäuscht (jaja – ein Blick in das Programmheft hätte da im Vorfeld genügt). Im Nachgang musste ich dann mit Bedauern feststellen, dass das Portal bereits zum 01.10.2013 offline gegangen ist.

Noch nie was von dem Portal gehört?

2010 startete das Portal mit viel Aufsehen. Nach eigenen Angaben tummelten sich hier zwischenzeitlich rund 20.000 Pflegkräfte. Neben einem Forum, einer Stellenbörse, Chatfunktionen und einem Wiki, bot bzw. war das Portal vor allem eine Community von Pflegenden für Pflegende. Doch leider hat es das Projekt nicht geschafft in die schwarzen Zahlen zu kommen. So schrieb der Geschäftsführer Lukas Mazur in seiner Abschiedsmail an die Nutzer:

„Die bisherigen Anstrengungen haben viel Geld gekostet. […] Jetzt ist leider der Zeitpunkt gekommen, dass auch meine Möglichkeiten aufhören, das Projekt weiter vorantreiben zu können.“

Man darf gespannt sein, was sich in den kommenden Jahren so in diesem Bereich tut. Ich hoffe jedoch nicht, dass die japanischen (Pflege-)Ansätze in Deutschland schule machen.

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